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Samstag, 24. März 2007, 17:06 gehört ja wohl kaum hierher.aber muss mal ausgelagert werden. jetzt zwei stunden an gunther,den brückenspringer gedacht. und an andrea.die sprang auch. franky liess sich rückwärts 89 aus einem fenster fallen. gudrun ensslin erhängte sich mit einem kabel. meine mutter nahm,als ich 13 war,eine überdosis tabletten.sie hat überlebt. mit 14 versuchte ich mich im keller zu erhängen,trank aus not 2flaschen wein,fiel danach betrunken ins bett und am nächsten tag war die schlinge von jemand anderem abgeknüpft.ich frage mich heute noch voller scham von wem. die erste überdosis nahm ich mit 16. mit 18 die zweite.als ich 21 war,sass ich 24h auf einer brücke und überlebte mit 38 kilo. am 14.01.1992 versuchte ich das letztemal zu sterben und ein wenig ist das die geschichte meines lebens. ich lebte damals in hamburg,arbeitete bei einem grafiker und versteifte mich von tag zu tag mehr in die angebliche sicherheit,nicht kreativ arbeiten zu können. erst lachten mich alle aus,denn mein lamento:"ich hab keine ideen,ich kann das nicht!" war nicht nachvollziehbar-ich arbeitete zur vollsten zufriedenheit aller,aber diese zufriedenheit war meiner verkorksten meinung nach lediglich mitleid. (ha!als ob in der werbung platz für mitleid sei!!!) ich liess mir also stur nichts ausreden und fand mich von tag zu tag defizitärer.ganz hamburg wusste bestimmt schon von meinem nutzlosen dasein und belächelte mich spöttisch.ich wurde stündlich kauziger,liess die rollos 24h geschlossen und begann mit klamotten,incl schuhen zu schlafen.die stunden in der agentur wurden zäheste qual,ich konnte noch nichtmal mehr den kopierer bedienen oder kaffee kochen.manchmal sass ich 9 stunden auf meinem stuhl und starrte auf meine füsse,niemand sprach mich an,aber alle versuchten ein warmes lächeln zu mir durchdringen zu lassen.das machte mich noch starrer.manchmal hielt ich 5 minuten die luft an,in der hoffnung,tot umzufallen. aber stattdessen konnte ich nur tief seufzen. im januar war die agentur für zwei wochen geschlossen. am 14. heiratete sabine b.,für deren büffett ich ein tiramisu mitbringen sollte.ferngesteuert ging ich morgens einkaufen,abwesend wurde der tiramisu-scheiss fabriziert und wie ein roboter lieferte ich die riesenschüssel am ort der späteren hochzeitsfeier ab."boah danke,sieht super aus!",meinte sabine,"bis nachher dann!" "ja",sagte ich. draussen war es kalt. ich hasste hamburg,bzw hamburg hasste mich. nie fühlte ich mich so alleine wie damals in hamburg.ich hatte eiskalte füsse und auf dem kopf ein elektrisches kribbeln. alles an mir wirkte metallisch. ich ging nach hause und holte eine tüte mit zeug drin. ich ging in die geschlossene agentur. dort ging ich ins bad,schloss ab und warf den schlüssel aus dem fenster. ich liess badewasser ein(luxusagentur!). ich zog mich aus und stieg in die wanne. mit einer flasche rotwein schluckte ich ca 100 lexotanil,50 tavor und 2 hände voll diazepam 5mg. 2 wochen später wachte ich im UKE auf. dazwischen hatte ich nackt(!) die badezimmer tür aufgebrochen(gehirnerschütterung und drei gebrochene rippen),torkelnd und blutig das büro verwüstet, runtergerissene bilder,umgestürzte monitore,blutige handabdrücke an den wänden, -komplett sediert hinrobbend zu einem permanent klingelnden telefon. dieses "RRRingRRRingRRRingRRRingRRRing...", das nicht aufhören wollte, ist das einzige,woran ich mich erinnern kann. das 'ring-ring' war meine mutter. die sass in düsseldorf und hatte so ein komisches gefühl: ich war verschwunden,seit monaten sowieso schon merkwürdig und die agentur hatte ferien.ergo? informierte sie die feuerwehr,die brachen nach drei tagen das büro auf und da lag ich nackt in meinem desaster. ich will das mal loswerden,die gedanken daran. und die last,das überlebt zu haben. und die verantwortung,jetzt aber mal volle pulle 'carpe diem!'gefühle zu entwickeln. in wahrheit gehts danach anstrengend weiter und niemandem fliegen gebratene tauben in den mund,ihr toughen schönredner!!! es bleibt anstrengend. und wenn mir jetzt hier einer klug daherschwätzen will,diese anstrengung sei doch der weg,der sinn,das spektrum des lebens,der darf sich unter meiner schirmherrschaft gerne mal in die badewanne in hamburg legen. zu meinen konditionen. danach gehen wir ein bisschen an der alster spazieren. |
 
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